VV Europaschulen


Europaschulen in Mecklenburg-Vorpommern (ES-MV)

Runderlass des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Vom 8. Mai 2001

(Mittl.bl. KM M-V 6/2001 S. 255)


Vorbemerkung


Seit August 1996 haben Schulen in Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit, sich zu "Europaschulen" weiter zu entwickeln. Der Titel wird nach Prüfung des Antrages einer Schule, in dem diese die Erfüllung bestimmter Kriterien nachweist, auf der Grundlage des Schulgesetzes1 verliehen. Die Anzahl von Europaschulen in Mecklenburg-Vorpommern wird auf maximal 30 begrenzt.

Grundsätze der Europaschulen in Mecklenburg-Vorpommern:
Europaschulen sind allgemein bildende oder berufliche Schulen, die sich von anderen Schulen dadurch unterscheiden, dass sie ihr schulisches Profil europaorientiert ausrichten. Das setzt voraus, dass die Empfehlungen des Runderlasses des Kultusministeriums "Europa im Unterricht" vom 21. Oktober 1994 (Mittl.bl. KM M-V S. 560) und die der "Kölner Erklärung" vom 2. Juni 1999, verabschiedet zum Abschluss des internationalen Symposiums "Schulen für Europa", als Grundlage der Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Schule sowohl im Unterricht als auch im außerunterrichtlichem Bereich umgesetzt werden. Europaschulen orientieren sich an folgenden Grundsätzen:
- Integration europäischer Themen in alle Unterrichtsfächer,
- Vermittlung europäischer Bildungs- und Erziehungsinhalte über fächerverbindende offene Unterrichtsformen und Projekte,
- Entwicklung und Förderung interkultureller Kompetenz,
- Erziehung zur Mehrsprachigkeit und bilingualer Unterricht,
- Beteiligung an europäischen Bildungsprogrammen,
- Pflege von Auslandskontakten und Schulpartnerschaften (Beteiligung an Auslandsprojekten,
- Beteiligung am Europäischen Wettbewerb und anderen europaorientierten Bundes- und Landeswettbewerben,
- Angebot an europaorientierten Arbeitsgemeinschaften und Kursen,
- Berufsorientierung auf das europäische Ausland,
- Kontakte zu anderen Europaschulen (in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Bundesländern) und aktives Mitwirken in einem Netz von Europaschulen,
- Öffentlichkeitsarbeit in der Region und in der Schule,
- Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit mit anderen Europaschulen,
- Lehrerfortbildung zu europäischen und aktuellen pädagogisch-didaktischen Problemen,
- Zusammenarbeit mit Partnern, zum Beispiel Europa-Union, Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen e. V., Deutsche Gesellschaft e. V,
- Nutzung moderner Medien zur Kommunikation in Europa.

Bis zum 31. Juli eines jeden Jahres fertigt jede Europaschule einen Jahresbericht an, der an die/den Landeskoordinator/in und als Kopie an das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gegeben wird.

Europaschulen in M-V


In Mecklenburg Vorpommern gibt es zurzeit 13 Schulen, die den Titel "Europaschule" tragen. Weitere haben einen Antrag gestellt. Grundsätzlich können alle interessierten Schulen einen Antrag auf Verleihung des Titels "Europaschule" an das Bildungsministerium stellen. Ein solcher formaler Antrag enthält eine Kurzbeschreibung, aus der das europaorientierte Profil der Schule und Zielstellungen für die künftige Arbeit ersichtlich sind. Die Zustimmung der Schulkonferenz zu diesem Konzept ist Voraussetzung.
Nach zweijähriger Mitarbeit im Kreise der Europaschulen und nach Prüfung der Umsetzung des Konzeptes kann der Schule der Titel "Europaschule" durch das Bildungsministerium verliehen werden. Die Übergabe der Urkunde findet jeweils im Monat Mai anlässlich der Europawoche statt.

Die europaorientierte Arbeit an der Schule wird im Allgemeinen unter Anleitung einer Schulkoordinatorin/eines Schulkoordinators durchgeführt, die/der durch die Schulleitung und ein Team aus Schülern, Lehrern und Eltern unterstützt wird (z. B. Europaclub). Wenn eine Schule, die in den Grundsätzen aufgeführten Voraussetzungen nicht mehr erfüllt, kann ihr auf Vorschlag der übrigen Europaschulen in Mecklenburg-Vorpommern der Titel vom Bildungsministerium aberkannt werden.

Organisation der Arbeit der Europaschulen


Jede Schule setzt die selbst gestellten europaorientierten Ziele zunächst an der eigenen Einrichtung und im Schulumfeld um. Ein/e von der Schulkonferenz bestätigte/r Schulkoordinator/in stimmt Vorhaben innerhalb der Schule ab und hält den Kontakt zu anderen Europaschulen.
Darüber hinaus arbeiten Europaschulen mit anderen Europaschulen bei einzelnen Vorhaben zusammen, informieren sich gegenseitig und tauschen Erfahrungen aus.
Zweimal im Jahr treffen sich Vertreter aller Europaschulen an einer (unterschiedliche Standorte) der Europaschulen in Mecklenburg-Vorpommern zum Erfahrungsaustausch, zur Abstimmung gemeinsamer Projekte und eines gemeinsamen Jahresthemas.
In Mecklenburg-Vorpommern fördert eine Landeskoordinatiorin/ein Landeskoordinator die Zusammenarbeit aller Europaschulen. Sie/Er wird vom Bildungsministerium ernannt und im Rahmen der Möglichkeiten unterstützt.

Zu ihren/seinen Angaben gehören

- die Einberufung der Tagungen der Schulkoordinatoren in Abstimmung mit der gastgebenden Schule und dem Bildungsministerium. Die Tagung wird als Veranstaltung im Rahmen der Fort- und Weiterbildung der Lehrer gewertet.
- Kontakte zu den Schulbehörden, den Europaschulen und anderen Partnern zu pflegen,
- Anregungen und Hilfen bei Projekten zu geben, Ideen aufzugreifen und weiterzuleiten,
- das Auswerten der Jahresberichte der Europaschulen in Mecklenburg-Vorpommern.

Für diese Tätigkeit wird der Landeskoordinatorin/dem Landeskoordinator als Anerkennung eine Stundenentlastung von zurzeit zwei Wochenstunden gewährt. Für die Teilnahme an Bundestreffen wird Dienstbefreiung erteilt und Reisekosten werden übernommen.

Ansprechpartner im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ist das
Referat 202
Tel.: (03 85) 5 88 72 45
Fax: (03 85) 5 88 70 82.